Vorwort des Vorstandsvorsitzenden
zum Nachhaltigkeitsbericht

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserin, lieber Leser,


was sind für uns – als eines der großen Immobilienunternehmen – die wesentlichen Themen, wenn es um erfolgreiches und nachhaltiges Wirtschaften geht? Das sind in erster Linie die Fragen, die auch unser Land bewegen. Dazu gehören Klimawandel, Urbanisierung und die älter werdende Gesellschaft – um nur drei der wichtigsten zu nennen.


In Deutschland lassen sich mehr als 20 Millionen vermietete Einheiten zählen, die einen entscheidenden Einfluss auf die nachhaltige Entwicklung unseres ganzen Landes nehmen. Auf diese vermieteten Flächen entfallen rund 40 % des Energieverbrauchs, das entspricht rund einem Drittel der Kohlendioxidemissionen in Deutschland. Mit einem Portfolio von über 163.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten fällt uns dabei eine wichtige Aufgabe zu. Mehr als EUR 1 Mrd. investieren wir daher, um die Wohnqualität und Energieeffizienz unserer Immobilienbestände zu optimieren. Mit Erfolg: Schon heute ist die Energiebilanz von knapp drei Vierteln unserer Wohneinheiten besser als der vergleichbare Durchschnittsverbrauch von Wohngebäuden in Deutschland.


Wir leisten so einen tatkräftigen Beitrag zur CO2-Reduzierung in unserem Land. Dabei gelingt uns ein schwieriger Spagat: Wir verbinden Klimaschutz, Energieeffizienz und soziale Aspekte mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten. Dazu gehen wir vielfach ganz neue Wege, die wir mit unseren Stakeholdern gemeinsam diskutieren. Die Befragung unserer Mieter im Berichtsjahr hat uns gezeigt, dass wir trotz kritischer Stimmen in der Öffentlichkeit auf dem richtigen Weg sind.


Die Lebensgewohnheiten und die Vorstellungen von gutem Wohnen ändern sich. Dazu zählt nicht nur die Forderung nach mehr Nachhaltigkeit, sondern auch der Wunsch, in den wachstumsstarken und prosperierenden Ballungszentren zu leben. Wir kommen diesem Wandel nach und schaffen hier neuen Wohnraum: Bis zum Ende des Jahres 2022 sollen 2.500 neue Wohnungen in Berlin, Frankfurt am Main, Leipzig und Dresden entstehen – dabei orientieren wir uns an anerkannten Nachhaltigkeitskriterien. Wir bleiben uns dabei treu und bieten immer mehr als nur umbauten Raum. Neue Quartiere und innovative Konzepte für das Wohnen gehören ebenso dazu wie unsere vielfältigen Serviceangebote. Und: Wir bereiten unsere Wohnungen technisch und energetisch auf die Zukunft vor.


Es gibt eine weitere Herausforderung in Deutschland, die viele Ideen und noch mehr Tatkraft erforderlich macht: der demografische Wandel. Trotz Zuwanderung wird unser Land älter und entsprechend braucht es Wohnungen, die für das Leben im Alter gemacht sind. Mit unseren Pflegeimmobilien mit rund 6.700 Pflegeplätzen und Appartements für Betreutes Wohnen sind wir im Bereich des Seniorenwohnens gut aufgestellt und wollen diesen noch weiter ausbauen. Dabei ist unser Anspruch an einen lebenswerten und menschenwürdigen Umgang miteinander genauso groß wie der an eine altersgerechte Architektur und Ausstattung.


Das Stichwort „demografischer Wandel“ hat eine weitere Seite, die uns beschäftigt: der Fachkräftemangel. Es klingt wie eine Binsenweisheit und ist dennoch eine Tatsache, die uns sehr wichtig ist: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen mit ihrem Können, ihrem Einsatz und ihrem Ideenreichtum unseren großen wirtschaftlichen Erfolg möglich. Und: Sie sind die Schnittstellen zu unseren wichtigsten Stakeholdern, den Mietern. Allein für die Anliegen unserer Mieter waren bei uns im Berichtsjahr über 600 Mitarbeiter im Einsatz.


Es gehört zu unseren Kerninteressen, die besten Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden. Dazu bieten wir Perspektiven, wie sie nur ein sehr zukunftsorientiertes Unternehmen eröffnen kann: Flexible Arbeitszeitmodelle, moderne Arbeitsplätze und attraktive Sonderleistungen gehören genauso dazu wie umfangreiche Möglichkeiten zur Fortbildung. Rund 18.000 Stunden haben sich unsere Mitarbeiter und Führungskräfte im Jahr 2017 weitergebildet. Neben diesem individuellen und digital gestützten Lernen setzen wir auf die generationenübergreifende und wissensbewahrende Zusammenarbeit und Führung. Bei allem vertrauen wir unserer Unternehmenskultur, die auf gegenseitigem Respekt, auf Vielfalt und Chancengleichheit beruht.


Wir gehen strukturiert und planvoll vor – bei allem, was wir tun. Das gilt auch für unsere Anstrengungen im Bereich des nachhaltigen Wirtschaftens. Die Basis bildet unser Programm für Nachhaltigkeit, das aus unseren strategischen Zielen in fünf Handlungsfeldern sowie den damit verknüpften konkreten Maßnahmen besteht. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen in diesem Zusammenhang Projekte und Maßnahmen vor, die zeigen, dass wir viel unternehmen, um auf geradem Weg zu einem immer nachhaltigeren Unternehmen zu werden. Der Antrieb dafür sind die Erwartungen unserer Stakeholder – heute, morgen und in weiter Zukunft.



Berlin, im Mai 2018


Michael Zahn
Vorstandsvorsitzender Deutsche Wohnen SE